AUSSICHT AUF MEHR SICHT


Stadtrauminterventionen mit abschließender Berichterstattungsshow, 2015/2016
In Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Bremerhaven und Bürger*innen der Stadt

Aussicht
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Die Zukunft beginnt stets jetzt und das Morgen ist nicht so fern, wie uns manchmal lieb wäre. Visionen haftet oftmals der Makel des "Später-machen-wir-das!“ an. Sie scheitern häufig, weil man sie hasenfüßig vor sich herschiebt und selbst die kleinen Utopien vor lauter Abwarten und Unentschiedenheit hinfällig werden. Die ganz großen Veränderungen werden gänzlich vertagt, weil so oft die Zeit, die Energie, das Geld oder der Masterplan fehlen. Doch eigentlich beinhaltet die Frage "Wie wollen wir leben?“ in der Regel auch ein forderndes "Warum tun wir es nicht schon längst?“.
Zunächst lohnt es sich, hinzusehen, was eigentlich vorhanden ist. Welche Situationen, Dinge, Hindernisse oder Fähigkeiten sind gegeben? Was ist eigentlich richtig gut und woran ist man gewachsen? Worauf ist man stolz und wovon können andere lernen? Und was ist weniger geglückt oder gänzlich gescheitert? Welchen unverblümten Blick werfen die Menschen in Bremerhaven auf sich, ihre Stadt und deren Aussichten? Und in welcher Form lassen sie andere daran teilhaben? Die Künstlergruppe gärtnerpflichten wollte genau das herausfinden.

Mit "Aussicht auf mehr Sicht“ begaben sich die Mitglieder der gärtnerpflichten in unterschiedlicher Zusammensetzung in das Innere der für sie im Wesentlichen fremden Seestadt. Als arbeitende Menschen in auffälliges Orange-Blau gewandet, bemühten sie sich um Einlass in die privaten Refugien der Bürgerinnen und Bürger Bremerhavens. Arbeitend wollten sie fast nebenbei, aber konzentriert ins Gespräch kommen. Dabei war weniger das allgemeine Lamento von der prekären Verfasstheit einer Stadt mit hoher Arbeitslosenquote interessant. Vielmehr standen die (Über)Lebensmodelle und subjektiven Welt- sowie Stadtansichten der Einzelnen im Fokus.
gärtnerpflichten gingen prozesshaft in drei Schritten vor. Dramaturgisch arbeiteten sie sich vom Innen der privaten Sphären in den öffentlichen Raum vor, um Gesammeltes abschließend verdichtet in den Kulturraum einzuspeisen. Dabei fuhren sie auf Sicht und planten den Fortlauf des Projekts im Verlauf der überraschenden Geschehnisse.

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1. PHASE: PRIVATER RAUM
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Performative Recherchephase der "Crew für Klarsicht“

gärtnerpflichten kamen als "Crew für Klarsicht“ ohne Suchraster mit fremden Menschen in Kontakt, indem sie mit "Zufallsbekanntschaften" arbeiteten. Am Tag der offenen Tür des Stadttheaters Bremerhaven sprach eine Abordnung der gärtnerpflichten Besucher/innen an und warb für einen aussichtsreichen Austausch.
Eine Auswahl von "Aussichtsverschaffungsmaßnahmen“ wurde angeboten - für jeweils eine Stunde konnte die "Crew für Klarsicht“ kostenfrei gebucht werden. Angeboten wurden wahlweise und jeweils in konkreter oder metaphorischer Umsetzung folgende hilfreiche Leistungen:

• Aussicht auf Durchsicht
• Aussicht auf Weitsicht
• Aussicht auf Einsicht
• Aussicht auf Nachsicht
• Aussicht auf Nachtisch

Aussicht

Die erteilten Aufträge führten gärtnerpflichten zum Work-and-Talk u.a. beim Gardinenauf- hängen, Fensterputzen, Nachtisch zubereiten oder Schreibtischaufräumen direkt in die sonst verborgene Privatheit von Wohn- und Arbeitszimmern und ließen sie wissbegierig ins Gespräch kommen.

Mancher Austausch mit unseren Zufallbekanntschaften entwickelte sich intensiver und aus den Geschichten, Einsichten und Alltagsweisheiten entwickelten sich SOFORTMASSNAHMEN wie "begleitetes Linienbusfahren zur Erkundung der Stadt", "langsames Abradeln der städtischen Zwischenräume" oder "eine Plädoyer-Entwicklung für Bremerhaven".
Grundsätzlich wurde nach Orientierung im Stadtraum, nach mehr Klarheit im Dickicht des Alltags, nach den ganz persönlichen Strategien der Lebensmeisterung und wertvollen Ausblicken für die Stadt gefragt. Zudem wurden empfohlene Experten aus der Stadtgesellschaft gezielt zu Ausflügen einladen.
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2. PHASE: ÖFFENTLICHER RAUM
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Texte, Aktionen und Projektionen werden im Stadtraum sichtbar

Die "Crew für Klarsicht“ bekam vielfältigste Einblicke, sammelte Erfahrungen, stieß auf erstaunliche Bremerhaven-Plädoyers und ausnahmslos auf offene Ohren und freundliche Menschen.
Im Rahmen von zwei öffentlichen Aktionen wurde die erfahrene Zuversicht geteilt und ein Spotlight auf die ganz persönlichen Strategien der Lebensmeisterung geworfen.
Was gärtnerpflichten im Privaten an Geschichten hörten und an Lebenspraxen vermittelt bekamen, wurde bildhaft verdichtet und in den Stadtraum gebracht. Zitate und Projektionen intervenierten im Stadtraum und gaben einen Geschmack von den Begegnungen. Eine geführte Wanderung mit mobiler Plattform durch den Stadtraum Bremerhavens schaffte Ausblicke und gleichzeitig Einblicke in bisher Erlebtes. In Ausschnitten zeigte sich, wie die Bremerhavener Bürgerinnen und Bürger leben, was sie denken, wie sie sich im Alltag behaupten oder was sie sich an Veränderung wünschen.

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3. PHASE: KULTURRAUM
DIE BERICHTERSTATTUNGSSHOW

Das Video zur Berichterstattungsshow

Auf der Suche nach Zukunftsvisionen und Lebensentwürfen der Stadt Bremerhaven

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Eine gesamte Spielzeit lang hat das Künstlerkollektiv gärtnerpflichten als "Crew für Klarsicht“ zu Lebensentwürfen und Zukunftsvisionen der Stadt Bremerhaven und ihrer Bewohner*innen geforscht. Am Ende dieser Forschungsreise stand nun das große Finale mit seinen beiden Abschlussveranstaltungen.

Bremerhaven ist in seiner Vielstimmigkeit brutal. Die schöne Seefassade. Die Global Players. Das raue Klima. Die viele Armut. Die Hoffnungslosigkeit. Die Geborgenheit. Die Zuversicht. Der Pragmatismus. Die Menschen. Viele Oberflächen. Doch was steckt dahinter, hinter jeder einzelnen Fassade? Sind da etwa Schätze zu finden?
Schätze heben. Tief schürfen. Mal gucken, was darunter liegt. Das war die Mission, der sich das Künstlerkollektiv gärtnerpflichten als "Crew für Klarsicht" in den vergangenen Monaten verschrieben hatte.
Die gesammelten Begegnungen, Gespräche, Ausflüge, Entdeckungen, Stadtraumaktionen, Kritikstimmen und Loblieder wurden nun abschließend zu einer performativen Berichterstattungsshow zusammengetragen, in der neben der "Crew für Klarsicht" auch zahlreiche Bremerhavener*innen zu Wort gekommen sind und ihre Ansichten, Einsichten und Ausssichten geschildert haben.

Von und mit: gärtnerpflichten & Gästen
Musikalische Verstärkung: Klaus Seifert

"Aussicht auf mehr Sicht" ist eine Produktion von gärtnerpflichten in Kooperation mit dem Stadttheater Bremerhaven und kelling!
Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Bremen durch die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH gefördert.

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Bremerhavenerinnen - Bremerhavener!
Ihr Söhne und Töchter des Gegenwindes,
Ihr zufälligen Zufallsbekanntschaften -
und all Ihr Auswärtigen noch dazu -
Das war's.
Dank Euch allen, die ihr mit uns auf diese Stadt geschaut habt!
Dank Euch Pragmatikern und Pionieren,
Euch Machern und Reflektionären,
Euch Willkommenheißern und Grünkohlköchinnen,
Euch Mutigen und Trotzigen,
Käpt'n Iglo und Captain Future.
Wir haben zusammen die Stadt umkreist,
Perspektiven verschoben,
Brücken geöffnet und hinter uns abgebrochen,
Boote und Bühnen bugsiert,
Kreuzungen betanzt,
Bären gebändigt,
uns gemeinsam Aussichten verschafft.
Jetzt satteln wir, die "Crew für Klarsicht", wieder auf,
drehen eine letzte Runde,
winken nochmal
und sagen zum Abschied:
Vergesst den Nachtisch nicht!
Und schaut weiter auf diese Stadt!
Gebt diese Stadt nicht auf!
Und schaut auf Euch!
Es lohnt sich.
So long
Eure gärtnerpflichten, die Crew für Klarsicht

WIR DANKEN ALLEN BETEILIGTEN UND UNSEREN TOLLEN ZUFALLSBEKANNTSCHAFTEN GANZ HERZLICH!

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_LATESTUPDATE[|profil.jwagner], 01. Jan 1970 01:00